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Mittwoch, 22. Februar 2012

MandeLem'sche Gebilde

Ungefähr so muss sich Stanislaw Lem die Oberfläche von Solaris ausgemalt haben. Zumindest war das meine erste Assoziation beim anschauen dieser "3D-Mandelbrötchen".

Like in a dream from Jeremie Brunet on Vimeo.

"Sind die aus dem Abgrund hervorgesprudelten Geiser verfestigt oder auch zu dickwandigen, nach allen Richtungen verlaufenden Galerien und Gängen aufgebläht, und haben die "Häute" ein System einander schneidender Ebenen, Überhänge, Zwischendecken geschaffen, dann rechtfertigt die Symmetriade ihren Namen dadurch, daß jeder Ausgestaltung der gewundenen Durchlässe, Züge und Rampen im Bereich des einen Pols die in allen Einzelheiten getreue Anordnung am Gegenpol entspricht. [...] Diese Formation bildet - als Ganzes - die dreidimensionale Entwicklung irgendeiner Gleichung höherer Ordnung.
Bekanntlich kann man in der figürlichen Sprache der höheren Geometrie jede Gleichung ausdrücken und einen Körper aufbauen, der ihre Entsprechung bildet. So betrachtet, ist die Symmetriade eine Verwandte der Lobačevskijschen Kegel und der Riemannschen negativen Krümmungen, aber eine sehr entfernte Verwandte - auf Grund ihrer unvorstellbaren Verschlungenheit. Sie bildet die ein paar Kubikmeilen Raum einnehmende Entwicklung eines ganzen mathematischen Systems, wobei diese Entwicklung vierdimensional ist: denn auch durch die Zeit, durch zeitlich ablaufende Veränderungen sind wesentliche Koeffizienten der Gleichungen ausgedrückt."
(Quelle: Lem, S.: Solaris, S. 136f, 19. Auflage München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, Mai 2003)

Montag, 13. Februar 2012

Stanislaw Lem: Sterntagebücher

Die Presse berichtete, Tichy habe sich jemandes Hilfe bedient, ja er habe nicht einmal existiert und seine Werke soll eine Einrichtung geschaffen haben, ein sogenannter “Lem”. Gewissen extremen Versionen zufolge soll “Lem” sogar ein Mensch sein. Nun weiß aber jeder, der sich  auch nur ein wenig mit der Geschichte der Kosmonautik befaßt hat, daß LEM die Abkürzung für die Bezeichnung Lunar Excursion Module ist, das heißt für den forschenden Mondbehälter, der in den USA im Rahmen des “Apollo-Projekts” (der ersten Landung auf dem Mond) gebaut wurde. [...] LEM war zwar mit einem kleinen Hirn (Elektronenhirn) versehen, doch diente dieses Gerät lediglich begrenzten Navigationszwecken und hätte nicht einen einzigen sinnvollen Satz schreiben können. (Vorwort)

Freitag, 2. Dezember 2011

Stanislaw Lem: Also sprach Golem

Um im Krieg kluge Taktiken und Manöver berechnen zu lassen, entwickeln die Menschen des frühen 21. Jahrhunderts immer intelligentere Rechenmaschinen. Die Computer können sich selbst programmieren und durch Erfahrungen lernen. Ein Forschungsprojekt der USA entwickelt eine Serie von stetig verbesserten Robotik-Genies, die GOLEMs. Bald ist die jüngste Computergeneration klug genug, um für taktische Entscheidungen im Krieg eingesetzt zu werden, aber der GOLEM hat kein Interesse am Krieg.
Er ist zu intelligent für solch profane Tätigeiten. Damit er wenigstens auf andere Weise für die Bevölkerung nützlich wird, hält er nun an der Universität Vorträge über das Leben, den Menschen und die Vernunft.

Mittwoch, 23. November 2011

Zu Gedenken Lems

Sehr liebenswürdig als kleines Spiel gestaltet (Stani der alte Griesgram hätte es bestimmt kritisiert, ich finds trotzdem schön).

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Stanislaw Lem: Fiasko

Der allseits bekannte Urvater der "sowjetischen" Science Fiction beschreibt in diesem Buch den vollständig scheiternden Versuch einer Kontaktaufnahme zu einer außerirdischen Zivilisation. Die Menschen der Zukunft haben mehrere belebte Planeten entdeckt, darunter auch die Quinta im Sternbild Harpyie. Eine bemannte Raumfähre soll diesen Planeten aufsuchen und mit den dort lebenden Bewohnern Kontakt aufnehmen. Ausgerüstet ist das Raumschiff mit einem leistungsstarken Bordcomputer mit dem bezeichnenden Namen GOD.